Weihnachten 2011


Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Leserinnen und Leser !

Das Bild auf der Vorderseite unserer Mitteilungen ("Anbetung der Könige", gotischer Flügelaltar Dorfkirche Kirchsahr, Detail, um 1400) berührt durch seine Darstellung. Es sind die Gegensätze, die ins Auge fallen: Auf der einen Seite kostbarer Reichtum: Die drei Weisen tragen aufwendige, prächtige Brokatgewänder, königliche Kronen und pretiöse Geschenke. Auf der anderen Seite die Schlichtheit der Heiligen Familie: Maria trägt das nackte Jesuskind auf dem Schoß. Der Heilige Josef steht in einfacher Kleidung verwundert im Hintergrund.

Diese Gegensätze spalten das Geschehen jedoch nicht. Es gibt eine einende Mitte: Es ist die Geschenkübergabe. Der kniende König übergibt Jesus das königliche Geschenk. Maria hält dem König das göttliche Geschenk, Jesus hin. Und bei näherem Betrachten ist gar nicht mehr so klar, was oder vielmehr wer das Geschenk ist.

Nicht ohne Bedacht hat der Künstler bei der Übergabe des Geschenkes die Darstellung eines offenen Kelches gewählt. Der Kelch ist das Bild für die überfließende Liebe Gottes. Er ist das Zeichen für die Hingabe des Sohnes. Das eigentliche Geschenk an Weihnachten ist der Sohn Gottes, ist Gott selbst, der sich uns anbietet.

Bewusst hat der Künstler auch die Farben gewählt: Das leuchtende Rot und tiefe Blau im Gewand Mariens findet eine direkte Entspre­chung im rot-blauen Gewand des knienden Königs, der schlichter gekleidet ist, als die beiden stehenden Könige. Auch trägt er keine Krone mehr. Sein ganzer Reichtum scheint das Kind geworden zu sein, vor dem er nichts beweisen muss, nichts leisten, vor dem er sich nicht aufbauen muss, um gut anzukommen, das er anblickt, als wolle er mit dem bekannten Weihnachtslied sagen: 

In seine Lieb versenken, will ich mich ganz hinab.
Mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab’.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser,

nehmen wir uns diese Geschenkübergabe zu Herzen. Sie lädt uns ein, das wahre Weihnachtsgeschenk in der schlichten Gabe der Liebe zu sehen, die uns in der Menschwerdung Gottes vor Augen steht. Jesus will auch dich berühren, er will dir zu Herzen gehen. Lasse ihn ein in deine Pläne, in deine Fragen und Sorgen. Lasse ihn ein in deine Familie, in deine Beziehungen. Lasse das göttliche Kind, vor dem du keine Angst haben musst, in dein Leben, damit es dir sein Geschenk übergeben kann, das alle irdischen Geschenke unendlich übertrifft: Das ewige Leben.

So laden wir Sie herzlich zur Feier der Weihnachtsgottesdienste ein und wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein frohes und gesegne­tes Fest der Menschwerdung des Herrn und ein von Gott behütetes Neues Jahr 2012.

      

Tobias Geeb 
Pfarrer     

Dagmar Böhmer
Gemeindereferentin

Iris Borutta 
Gemeindereferentin

Monika Kernbach
Pfarrsekretärin

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